Dr. med. Eleni Kavelara Lodge
Erkennen, wandeln, lehren

Resilienz

Das Wort „Resilienz“ kommt vom Lateinischen „resiliere“ und bedeutet so viel wie „zurückspringen“ oder „abprallen“.

Als Begriff stammt Resilienz ursprünglich aus der Physik und beschreibt dort die Fähigkeit eines Stoffes, nach einer Belastung die ursprüngliche Form wieder annehmen zu können. Auf Menschen übertragen beschreibt Resilienz die Fähigkeit, mit Belastungen geschickt umgehen zu können ohne sich dabei selbst zu schädigen (Walsh, 1998: Resilienz = Fähigkeit „aus widrigsten Lebensumständen gestärkt und mit größeren Ressourcen ausgestattet als zuvor herauszukommen…“).

Ein wichtiges Merkmal von Resilienz ist das wertfreie Akzeptieren von Krisen. Denn nach der Metapher von Aaron Antonovsky, Vater der Salutogenese (= was hält den Menschen gesund), befinden wir uns ständig im gefährlichen Fluss des Lebens und niemals am sicheren Ufer. Es scheint jedoch bessere und schlechtere Schwimmer unter den Menschen zu geben und gute Schwimmer kennzeichnen u.a. folgende Merkmale:

  • bitten in Krisen selbst um Hilfe und können Hilfe annehmen
  • fühlen sich nicht für alles verantwortlich
  • bewahren Sinn für Humor, auch im Leid
  • können weinen, ohne auf Dauer handlungsunfähig zu sein
  • zerbrechen nicht am Leid anderer
  • haben die Überzeugung, dass wir Einfluss auf unser Leben nehmen können

Als Erwachsene können wir unsere Resilienz noch stärken und trainieren. Am Besten durch einen achtsamen Umgang mit uns selbst, mit den Mitmenschen und dem eigenen Umfeld. Durch die Wahrnehmung der Prozesse unserer Selbstregulation, das Lauschen an der inneren Kommunikation können wir entdecken welche „Trigger“, welche „Knöpfe“ uns aus dem Gleichgewicht werfen. Und nach und nach erleben wir, wie wir nicht mehr wie ein trockenes Holzstück unter dem Druck der Finger zer brechen, sondern wie flexibler Latex unsere ursprüngliche Form immer wieder gewinnen. Gute Schwimmer eben.